Wenn du an die Anfänge von Mandala zurückdenkst: Was war der Moment, in dem du entschieden hast: „Ich gründe jetzt eine eigene Marke für Yoga- und Activewear“?
Nathalie: Nach 10 erfolgreichen Jahren in der damaligen Luxus Industrie wollte ich eine Kollektion machen, die eine Bedeutung hat und auf Werten basiert. Es gab noch keine Activewear Labels und ich sah, dass Yoga/Wellbeing ein großer Trend wird. Dazu gab es keine explizite Bekleidung, die die Bedürfnisse der Frauen erfüllte. Das war mein Moment Mandala Yoga + Pilates Fashion zu gründen.
Mit welchen größten Herausforderungen warst du in den ersten Jahren konfrontiert, sowohl unternehmerisch als auch persönlich?
Nathalie: Meine persönliche Herausforderung war es berufstätig zu sein mit 2 kleinen Kindern. Vor 20 Jahren gab es noch weniger Kita-Plätze als heute, wo es gesetzlich jedem Kind zusteht. Mein ganzer Verdienst ging in die private Kinderbetreuung, arbeiten mit Baby auf dem Schoß oder nachts, wenn zuhause endlich alle schlafen. Konkret das Label betreffend war die Auswahl an biologisch korrekt hergestellten Stoffen oder recycelten Fasern sehr gering. Da war ich sehr limitiert in der Umsetzung der Mandala Kollektionen, das ist heute viel besser.
Wie sah Mandala in den ersten Jahren praktisch aus? Kannst du eine Anekdote aus der Anfangszeit teilen, an die du heute noch oft denkst?
Nathalie: Wir fingen in einem Homeoffice an und das Lager war bei einer Spedition außerhalb Münchens, wo ich mit einer Mitarbeiterin für jede große Auslieferung hinfuhr und wir die bestellten Waren selber einpackten und versendeten. Modemessen waren damals populär. Dort stellte man aus, um neue Händler zu finden. Viele Einkäufer assoziierten mit Yoga so etwas wie eine Sekte und waren skeptisch uns gegenüber. So starteten wir mit einem Marketing aufgebaut auf Wellbeing, das funktionierte dann sehr gut. Später wurde Yoga populär und wir konnten endlich unsere wahre DNA zeigen.

Welche Herausforderungen sind heute ganz andere als vor 25 Jahren – und welche sind erstaunlich gleichgeblieben?
Nathalie: Heute sind wir ein Unternehmen mit 8 Mitarbeitenden im Head Office bei München und ich bin viel damit beschäftigt mein Team zu befähigen, dass sie gut arbeiten können. Die bürokratischen Anforderungen, besonders für das nachhaltige zertifizierte Herstellen von Mode sind heute zu viel. Administrative Anforderungen beanspruchen viel Zeit, die ich lieber für kreative Ideen einsetzen würde. Was immer gleich bleibt, ist die Angst nach jeder Kollektion Präsentation, ob die Styles den Einkäufern oder Kundinnen gefallen und geordert werden. In kurzer Zeit Kollektionen zu entwerfen, die 8 Monate später im Laden genau richtig in Farbe und Schnitt sind, ist immer noch herausfordernd. Ich schaffe es nie alle Geschmäcker und Ansprüche unserer Wiederverkäufer zu treffen.
Ein Rückblick auf 25 Jahre: Welche Fehler oder Umwege waren im Nachhinein wichtige Lernmomente – und worauf bist du heute besonders stolz?
Nathalie: Mein Lernmoment: im Fair Fashion sind die Möglichkeiten limitiert, wenn man Mode macht und man muss in den Rohwaren viele Kompromisse machen, wenn man das Klima nicht belasten will. Stolz bin ich darauf, dass wir ein bekanntes Label in der Yogaszene sind. Ebenfalls stolz macht mich zu wissen mit unseren Textilien haben wir ein positives Beispiel gesetzt und bewiesen, man kann Mode herstellen, ohne die Umwelt zu belasten oder Menschen im globalen Süden auszubeuten.
Spulen wir fünf Jahre nach vorne: Welche Vision hast du für Mandala, die dich heute besonders antreibt?
Nathalie: Meine Vision ist, dass Kundinnen bei Yoga und Pilates Mode sofort an Mandala denken. Denn ich weiß, dass wir die perfekte Passform machen, für hochwertige Materialien und Verarbeitung stehen und eine saubere und faire Wertschöpfungskette haben.
Und zum Abschluss: Was möchtest du unseren Kundinnen und der Community sagen, die Mandala über so viele Jahre begleitet und mitgetragen haben?
Nathalie: Es sind nicht viele Entscheidungen, die etwas verändern. Aber die richtigen machen einen Unterschied. Danke, dass ihr Mandala gewählt habt.